Schöner Segeln

Wir sind unterwegs, der Wind weht uns um die Nase, manchmal ein laues Lüftchen oder auch ein ordentlicher Wind, bei 2°C oder bei 25°C, mit kurzen Hosen oder eingepackt in 4-5 Schichten Merino und Fleece, am liebsten am Wind oder bei Halbwind oder vorm Wind oder Aufkreuzend, die Welle ganz sanft oder auch mal mit erfrischenden Duschen verbunden, ganz langsam mit einem Knoten Fahrt unterwegs oder schnell mit 8 oder 9 Knoten, unzählige Manöver ausführend oder stundenlang das Steuerrad mit 2 Fingern festhaltend und in dem Nichts um einen herum wird der Alltag plötzlich ganz klein und unwichtig.

Segeln ist unsere Leidenschaft!

Seit vielen Jahren sind wir auf Ostsee und Mittelmeer unterwegs; besegelt haben wir die Ost- und Westküste Schwedens, die traumhaften Ålands, Finnlands Südküste, das Baltikum und die polnische Küste, die gesamte dänische Ostseeküste, Kroatien und das tyrrhenische Meer. Im Laufe der Zeit sind dabei zahlreiche Segelfreundschaften entstanden, mit denen wir nicht nur segeln. Gern sind wir auch in einer selbst organisierten Flotille unterwegs. Wir mögen keine bis unters Dach vollgestopften Schiffe und segeln lieber mit kleiner Crew, dafür mit mehr Schiffen. So ergibt sich auch gleich ganz von selbst das richtige Regattafeeling.

Manchmal, wenn auch selten, haben wir auch die eine oder andere Koje frei. Melde dich gern, wenn einer der geplanten Törns dich interessiert. Für langweilige Winter- und/oder auch andere Abende gibt es jede Menge Törnberichte der vergangenen sieben Jahre. Sind wir segelnd unterwegs, kannst du hier unten unseren aktuellen Törn verfolgen.


News

Donnerstag, den 4. Juni 2026
HRK in HST

oder das perfekte Wochenende

Ende Mai ging Helene D ins Wasser, recht spät für uns. Wir hatten im Herbst ja wegen der kalten Temperaturen nicht das Unterwasserschiff fertig machen können. Das bedeutete in diesem lange kalten Frühjahr, finde zwei Wochen mit dauerhaft mehr als 10°C. Das war dann ab Ende April und entsprechend knapp bemessen die Zeit bis zum Krantermin. Fünf Wochen lang gönnten wir uns dann keinen freien Tag, damit wir alles schaffen, bis zum Krantermin hatten wir auf diese Weise beide einige Kilo Trimmgewicht verloren. Als das Schiff endlich schwamm, ging es ja noch munter weiter, nur jetzt in schönerer Umgebung als der Werkhalle und bei Sommerwetter. Am 24.05. hatten wir die kurze Überführung nach Seedorf geplant und tatsächlich noch bis zum Ablegen stramm zu tun. Putzen zunächst, der Dreck aus zwei Wintern in der Werkhalle an Deck war unbeschreiblich. Innen war es nicht besser. Dann Mast trimmen – Jörg wollte dazu 3 x hoch. Ich mag ja die Aussicht nicht, also ist kurbeln mein Part. Yeah. Dann Segel anschlagen, da es am nächsten Tag reichlich pusten sollte. Was soll ich sagen, es wurde nachts, bis wir soweit durch waren und noch eine lange Liste für den nächsten Vormittag hatten. Aber sowas von pünktlich, wie geplant, legten wir am Pfingstsonntag in Lubmin ab, bei reichlich Wind von vorn und das Reff hatten wir nicht mehr geschafft. Es lief trotzdem so gut, was für ein Gefühl endlich wieder mit dem eigenen Schiff unterwegs zu sein. Die zunehmenden Sonnenschüsse mussten wir hinnehmen, alles dicht, flach und profilarm trimmen. Später konnten wir etwas abfallen und schneller werden. Schnell war es, schön war es, die Sonne schien und wir hatten es so vermisst. Die Ankunft in Seedorf fühlte sich so wie nach Hause kommen an.

Dann stand auch schon der erste feste „Termin“ der Saison an – ein langes Segelwochenende mit Freunden, geplant seid vielen Monaten und mit HRK in HST. Alles hat perfekt gepasst, das Wetter, der Wind, die Laune und Heinz-Rudolf Kunze in Stralsund sowieso.

So cooles Konzert.

Wegen des immer noch vorhandenen Schlafdefizits kniffen wir uns Rund Rügen zurück und besuchten am Samstag noch Wiek bei Greifswald, trafen dort zufällig weitere Segelfreunde und segelten am Sonntag dann entspannt zurück nach Seedorf. Superschöner Saisonstart.

Mittwoch, den 3. Juni 2026
Flöhe und Läuse

Kennt ihr den Spruch von Ärzten, wenn sie feststellen, dass ein Patient nicht nur ein medizinisches Problem hat, sondern zwei; er hat Flöhe und Läuse. Helene D hatte ebenfalls Flöhe und Läuse, bezogen auf sie waren es Öl und Diesel.

Irgendwann im Winterlager viel uns der strenge Geruch im Schiffsinnern auf, etwas später entdeckten wir eine Flüssigkeit in der Bilge, die dort nicht hingehörte. Nicht nur ein paar Tropfen, eher ein guter Liter, der sich bereits in verschiedene (schwer-/ oder nichtzugängliche) Kammern der Bilge verteilt hatte. Wenig später outete sich der Saildrive als der Ort, wo dieses Öl fehlte. Aber wie nur konnte das passieren? Wir wissen es nicht, können nur spekulieren, denn gewechselt hatte das Öl der örtliche Bootsserviceanbieter im Winterlager. Unser heisser Tip – daneben gegossen beim Einfüllen in unsere bis dato jungfräuliche Bilge. Soweit die Flöhe, nun zu den Läusen. Irgendwas war immer noch undicht und tropfte auch mal und verteilte Dieselgestank. Fündig wurden wir beim Dieselvorfilter. Es half nichts, diese undankbare, weil dreckige Arbeit mussten wir angehen. Und das Ergebnis? Die Dichtung fehlte, sie lag anstatt im Dieselvorfilter, auf unseren Kartentisch drapiert (wir hatten uns schon gewundert). Ähm ja. Der örtliche Bootsservice? Hatte keine Erklärung und schwieg. Und wir sind einfach nur begeistert von soviel Kundenfreundlichkeit.

Aber es gibt auch was Gutes, es gibt immer was Gutes! Wir haben das alles bemerkt, noch bevor wirkliche Schäden entstehen konnten, z.B am Saildrive, dem Öl fehlte. Und – wir können es nun selbst, haben wir jetzt geübt und sparen zukünftig dadurch die nicht unbedeutenden Kosten für diesen „Service“.

Mittlerweile zieht nur noch ein hauchzarter Dieselduft durch das Schiffsinnere und wir nehmen das nur wahr, wenn wir an Bord kommen nach mehreren Tagen. Schließlich werden irgendwann – so unsere Hoffnung – auch die letzten Reste verdunstet sein. Dass Beste zum Schluss; Helene D ist jetzt wieder im Wasser und tut, was sie am besten kann – SEGELN.

Hier unser vorher/nachher – Bild. Cool?

Mittwoch, den 15. April 2026
om

sagen wir uns, ganz viel und oft, einfach ruhig und entspannt die Kälte in Lubmin genießen. Om. Die Zeit drängelt ja gar nicht, nur 6 Schichten wollen noch auf den Rumpf. Om. Es ist immer noch viel zu kalt dafür. Om.

Wer ist dieses Frühjahr eigentlich für das Wetter verantwortlich? und warum ist es in Lubmin so kalt?

Om…..

Entspannungsbild